Makroökonomie

Ende der Negativzinsen in der Schweiz nach Erhöhung

In der Schweiz ist nun eine lange Phase der Negativzinsen zu Ende gegangen. Am Donnerstag hat die Schweizer Notenbank im Kampf gegen die Inflation die Zinsen um 0,75 Prozentpunkte angehoben. Die Schweiz war das einzige Land in Europa mit einem Negativzins.

Durch den Anstieg, den größten seit zwanzig Jahren, liegt der Zinssatz in dem Alpenland nun bei 0,50 Prozent. Im Juni erhöhte die Schweizerische Nationalbank die Zinsen unerwartet um einen halben Prozentpunkt auf minus 0,25 Prozent. Das war der erste Anstieg im Land seit 2007. Davor lag der Zinssatz seit 2015 stabil bei minus 0,75 Prozent.

Zentralbankpräsident Thomas Jordan sagte im Juni, dass er zukünftige Zinserhöhungen zur Stabilisierung der Inflation nicht ausschließe. Obwohl die Inflation in der Schweiz viel tiefer ist als in vielen anderen europäischen Ländern, ist die Inflation mit 3,5 Prozent auf dem höchsten Stand seit dreißig Jahren. Die Zentralbank erwartet, dass die Inflation in diesem Jahr durchschnittlich 3 Prozent betragen und im nächsten Jahr auf 2,4 Prozent sinken wird.

Der starke Schweizer Franken ist ein wesentlicher Grund dafür, dass die Inflation in der Schweiz so tief ist. Infolgedessen sind Schweizer Exporte für ausländische Käufer teurer, aber das Land importiert auch weniger Inflation aus dem Ausland.

Japan ist die einzige große Volkswirtschaft mit Negativzinsen. Die Bank of Japan hat am Donnerstag die sanfte Geldpolitik, die eingeführt wurde, um die Wirtschaft durch die Coronakrise zu führen, unverändert belassen. In Japan ist die Inflation im Gegensatz zu vielen anderen großen Volkswirtschaften viel niedriger, sodass die Zentralbank die Zinssätze noch nicht erhöhen muss. Der japanische Zinssatz liegt bei minus 0,1 Prozent.

Andere Zentralbanken erhöhen die Zinssätze, um der steigenden Inflation entgegenzuwirken. So wurden die Zinsen in Norwegen am Donnerstag um 0,5 Prozentpunkte auf 2,25 Prozent angehoben. Am Mittwoch stiegen die US-Zinsen zum dritten Mal in Folge um 0,75 Prozentpunkte, und Anfang dieser Woche erhöhte die schwedische Reichsbank die Zinsen sogar um einen vollen Prozentpunkt.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat die Zinsen Anfang des Monats um 0,75 Prozentpunkte angehoben. Dies war die größte Erhöhung, die die EZB jemals vorgenommen hatte. Auch in Dänemark stiegen die Zinsen im September um 0,75 Prozentpunkte und beendeten damit eine fast zehnjährige Negativzinsphase im Land. Auch die britische Zentralbank wird voraussichtlich am Donnerstag die Zinsen erhöhen.

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