Makroökonomie

Stürmische Woche wegen des ukrainisch-russischen Krieges

Die weitere Eskalation des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland wird in den kommenden Tagen zu großen Unruhen an den Finanzmärkten führen. Der russische Präsident Wladimir Putin hat am Sonntag angeordnet, Atomwaffen in Alarmbereitschaft zu versetzen. Die Ukraine zeigte sich bereit, an der Grenze zu Belarus zu verhandeln.

Nachrichten über Wirtschafts- und Finanzsanktionen dürften ebenfalls zu großen Preisschwankungen beitragen. Darüber hinaus sind die Hauptakteure des Konflikts wichtig für die europäische Energieversorgung. Russland ist ein wichtiger Gas- und Öllieferant für europäische Länder, und viele Pipelines verlaufen durch die Ukraine.

An diesem Wochenende gaben die Europäische Union und die Vereinigten Staaten bekannt, dass eine Reihe russischer Banken den Zugang zum SWIFT-Nachrichtensystem für internationale Zahlungen verlieren. Die Frage ist, wie Russland auf diese Strafmaßnahmen reagiert.

Russischer Technologiesektor

Neben dem Finanzsektor richten sich die US-amerikanischen und europäischen Sanktionen gegen den russischen Technologiesektor. Technologie, die auch für militärische Zwecke verwendet werden kann, darf nicht mehr in das Land exportiert werden. Dazu gehören Chips. Halbleiterhersteller und ihre Zulieferer dürften kaum darunter leiden. Russland macht nur 0,1 Prozent des Weltmarktes für Chips aus, berichtete ein US-Branchenverband letzte Woche.

Im Gegenteil, die Schwerindustrie muss noch längere Perioden extrem hoher Energiepreise fürchten. Im vergangenen Winter erreichte der europäische Gaspreis bereits ein Rekordhoch, was dazu führte, dass Großverbraucher im Metallsektor und in der Düngemittelproduktion die Produktion bereits reduzierten oder einstellten. Ein großer Konzern wie der deutsche Chemiekonzern BASF warnte letzte Woche, dass anhaltend hohe Kosten die Gewinne untergraben werden.

Zentralbank

Gleichzeitig wird die Reaktion der Zentralbanken auf den Krieg berücksichtigt. Jerome Powell, Vorsitzender der US-Notenbank, wird zweifellos Fragen dazu bekommen, wenn er am Dienstag und Mittwoch mit Mitgliedern des Kongresses über die Geldpolitik sprechen wird. Die US-Zentralbank ist auf dem besten Weg, die Zinsen Mitte März anzuheben. Aufgrund der Nervosität im Zusammenhang mit dem Einfall der Ukraine könnte die Fed das Tempo der Zinsschritte jedoch moderieren.

Auf der Messe in Amsterdam wird auch auf die Jahreszahlen des Essenslieferanten Just Eat Takeaway am Mittwoch und des Musiklabels Universal Music Group am Donnerstag geachtet. Weitere Aufmerksamkeit wird dem Investor Prosus gewidmet, der an einigen russischen Internetunternehmen beteiligt ist. Eines davon ist VK, ein Gegenstück zu Facebook.

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