Makroökonomie

CS-Krise ist schwerwiegend, Dutzende von Banken kommen zur Rettung

Investoren wie die saudische Nationalbank haben bereits rund 1,76 Milliarden Franken (1,77 Milliarden Euro) zugesagt. Sie werden Aktien zu 3,82 Schweizer Franken pro Stück kaufen, ein Abschlag von 6 Prozent auf den Durchschnittspreis am Donnerstag und Freitag, teilte die Credit Suisse am Montag mit. Die saudische Nationalbank wird voraussichtlich rund 307,6 Millionen neue Aktien kaufen, wodurch der neue Investor einen Anteil von 9,9 Prozent an der Credit Suisse erhält und Referenzaktionär wird.

Die Credit Suisse durchlebt die grösste Krise in ihrem 166-jährigen Bestehen. Der Ruf des zweitgrössten Kreditgebers der Schweiz wurde durch eine Reihe von Skandalen getrübt, wie zum Beispiel den Verlust von 5,5 Milliarden Dollar durch die Auflösung des US-Investmentfonds Archegos.

Die Credit Suisse musste auch Gelder in Höhe von 10 Milliarden US-Dollar einfrieren, die mit dem insolventen britischen Finanzier Greensill verbunden waren.

Um die Bilanz zu stärken, kündigte die Bank letzte Woche einen umfassenden Restrukturierungsplan an, bei dem in den nächsten drei Jahren 9.000 der 52.000 Arbeitsplätze verschwinden werden. Darüber hinaus verlagert sich der Fokus vom Investmentbanking auf die weniger volatile Vermögensverwaltung. Zusätzlich würden 4 Milliarden Franken für neue Aktien ausgegeben.

Die Credit Suisse beabsichtigt, den Rest des frischen Kapitals aufzubringen, indem sie bestehenden Aktionären neue Aktien im Wert von 889 Millionen Euro anbietet. Zu diesem Zweck hat die Credit Suisse ein Konsortium von rund 20 Banken gebildet, das den Verkauf beaufsichtigen soll. Darunter so bekannte Namen wie BNP Paribas, Goldman Sachs und die Deutsche Bank.

Der Preis pro Aktie ist auf 2,52 Schweizer Franken pro Aktie festgelegt. Sieben Vorzugsrechte sollen dem Inhaber das Recht einräumen, zwei neue Aktien mit einem Abschlag von 32 Prozent auf den Referenzpreis zu erwerben.

Die Kapitaloperation muss noch auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 23. November genehmigt werden. Die endgültigen Bedingungen der Schadenausgabe werden voraussichtlich am folgenden Tag bekannt gegeben.

Lehnen die Aktionäre den Plan ab, wird die Credit Suisse 1,8 Milliarden neue Aktien zu einem Angebotspreis von 2,27 Franken pro Aktie ausgeben, was noch 4 Milliarden Franken einbringen könnte. Analysten von JP Morgan rechnen mit einem Verwässerungseffekt der Kapitalerhöhung von rund 27 Prozent.

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