Makroökonomie

Trumpf nach Zinssenkungsmitteilung: US-Fed scheitert

Nach der Ankündigung einer neuen Zinssenkung sagte Präsident Trump auf Twitter, dass das System der US-Banken und sein Präsident Jerome Powell „scheitern“. Er wirft ihnen vor, dass die Fed und Powell „keinen Mut“ und „keine Vision“ hätten und dass Powell eine schlechte Kommunikation habe.

Trump nuancierte später seine Kritik. „Ich denke, es ist in Ordnung, aber ich denke, sie hätten schneller eingreifen sollen“, sagte er gegenüber Journalisten.

Heute Abend, wie im Juli, beschloss die amerikanische Fed, die Zinssätze um einen Viertelprozentpunkt zu senken. Das entspricht also einem Prozentsatz zwischen 1,75 und 2 Prozent. Der Rückgang im Juli war der erste seit mehr als zehn Jahren. Diese zweite Reduzierung muss die Wirtschaft ankurbeln und die Inflation erhöhen.

Die Kürzungen wurden unter großem Druck von Präsident Trump vorgenommen. Er war nicht zufrieden mit der ersten Reduktion, die er für zu klein hielt. Er bestand darauf, den Zinssatz weiter auf Null zu senken oder sogar auf einen negativen Zinssatz zu setzen. Laut Trump ist dies notwendig, um mit der EU wettbewerbsfähig zu bleiben, deren Zinssatz derzeit bei -0,5 Prozent liegt. Das niedrige Zinsniveau wirkt sich auch positiv auf den Inlandsmarkt aus, sodass es für Unternehmen günstiger ist, sich Geld zu leihen.

Der amerikanischen Wirtschaft geht es nicht schlecht, da sie seit elf Jahren in Folge wächst. Die Arbeitslosigkeit ist ebenfalls niedrig. Es gibt jedoch Anzeichen für schlimmere Zeiten. Die Wirtschaft wächst weniger schnell als zuvor und die Inflation ist enttäuschend.

Bei der vorherigen Kürzung sagte Fed-Vorsitzender Powell, dass die Zentralbank immer noch viele positive Punkte sehe, dass jedoch Risiken aufgrund des schwachen Wachstums des Welthandels bestünden. Die heutige Zinssenkung dürfte der Wirtschaft helfen.

Obwohl Präsident Trump keine offizielle Autorität über die Entscheidungen der Fed hat, kann er sie beeinflussen. Er selbst spielt eine wichtige Rolle bei einer der größten Unsicherheiten für die amerikanische Wirtschaft: dem Handelsstreit zwischen den USA und China. Der Rabobank-Analyst Philip Marey sagte in diesem Sommer, Trump sei im Griff der Fed. Er kann Maßnahmen gegen China ergreifen, die zu mehr globaler Unsicherheit führen, so dass die Fed die Zinsen noch weiter senkt.

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